Das Kooperationstraining

Medical Training und Kooperationssignal. Diese beiden Wörter hört man häufig in einem Atemzug. Und in der Tat ist es so, dass das Kooperationssignal ein wichtiger Bestandteil im Medical Training ist.

Daneben gibt es noch andere Möglichkeiten das Medical Training zu gestalten. Heute wollen wir uns aber das Kooperationstraining einmal genauer ansehen.

 

Was macht das Kooperationstraining aus?

Kooperation bedeutet Zusammenarbeit. Das Tier lernt also, mit dem Menschen zusammen zu arbeiten. Aber es steckt noch viel mehr dahinter. Denn auch der Mensch lernt, mit dem Tier zusammen zu arbeiten. Das ist das tolle daran. Es gibt kein Gegeneinander mehr, kein Durchsetzen, sondern ein Miteinander und aufeinander eingehen.

Häufig ist die Körperpflege oder eine Behandlung unangenehm für unsere Tiere. Über das Kooperationstraining bekommt das Tier die Möglichkeit sich mitzuteilen. Es kann dem Menschen signalisieren, ob es die Manipulation aushalten kann, oder ob es jetzt gerade eine Pause braucht. Und der Mensch hat die Möglichkeit seinem Tier zu signalisieren, dass er verstanden hat, wie es dem Tier gerade geht, indem er dem Tier die Pause einräumt.

 

Wie ist das möglich?

Das Kooperationstraining arbeitet in aller Regel mit stationären Targtets. Target ist das englische Wort für Ziel und besagt, dass Dein Tier etwas mit einem Körperteil berührt.
Die bekannteste Target-Aufgabe ist sicher das Nasen-Target.

Im Kooperationstraining wird sehr häufig ein Kinn-Target oder auch ein Pfoten-Target verwendet. Es sollte ein einfaches Verhalten sein, dass ein Tier über längere Zeit zeigen kann, ohne dass es sich dabei anstrengen muss.

Legt Dein Hund beispielsweise sein Kinn auf Deine Hand, gibt er Dir das Okay, dass Du ihn bürsten darfst. Er sagt Dir sozusagen, dass er bereit ist für eine Kooperation. Löst er die Kooperation wieder, indem er seine Position verlässt, sagt er Dir, dass er eine Pause braucht. Vielleicht hast Du zu lange gebürstet oder es hat ihm zu sehr weg getan.

 

Wie baue ich denn nun so ein Kooperationssignal auf?

Ich erkläre es Dir am Beispiel des Kinn-Targets einmal in einzelnen Schritten:

  1. Locke Deinen Hund mit einem Leckerchen so, dass er sein Kinn auf Deine Hand legt.
  2. Belohne Deinen Hund, wenn er sich von selbst der Hand nähert.
  3. Belohne Deinen Hund, wenn er sein Kinn auf Deiner Hand ablegt.
  4. Belohne Deinen Hund, wenn er sein Kinn für eine Sekunde auf Deiner Hand lässt.
  5. Jetzt baut Ihr die Zeit, die Dein Hund das Kinn auf Deiner Hand liegen lässt Stück für Stück aus, bis er 10 Sekunden auf Deiner Hand warten kann.

Das so trainierte Kooperationssignal muss nun noch gefestigt werden. UnterFutterablenkung, an unterschiedlichen Orten und auch auf unterschiedlichen Gegenständen soll der Hund lernen sein Kinn abzulegen.

Ein so gefestigtes Kinn-Target ist nun bereit für den Einsatz im Medical Training.

Wenn Du Dir wissen möchtes, wie das Training praktisch aussehen kann, schau Dir die Lektion 3: Kinn-Target aus dem Medical Training Pass an. Ich habe Sie für Dich freigeschaltet.